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Der Unterschied

Welpen

Was unterscheidet Züchter von Hundevermehrern und Tierhändlern?

Tierhändler, Massenzüchter sowie gewissenlose Hundevermehrer haben das Internet für sich entdeckt und gehen verstärkt "online" auf Kundenfang. Die "Qualifikation" dieser 'Anbieter' besteht oft aus einem Gewerbeschein und einer Homepage. Ansonsten lockt der Ruf des schnellen Geldes und in der Anonymität des Netzes verschwindet schnell auch noch der letzte Skrupel. Wer bis zu 20 oder mehr Welpen auf seinen Webseiten anbietet, ist niemals ein Züchter mit "edlen" Motiven sondern beweist, dass er gnadenlos am Bedarf vorbei 'handelt' und auf Tiere keine Rücksicht nimmt.

Hundezüchter darf sich jeder nennen. Der Begriff ist juristisch nicht eindeutig definiert und beinhaltet kein Aussage über die Qualifikation der Person. Natürlich bezeichnet sich niemand selbst als Tierhändler, Welpenfabrikant, Massenzüchter oder Hundevermehrer, sondern diese Personen versuchen immer, sich als rechtschaffene Züchter und brave Bürger darzustellen. Mittels irreführender Angaben und verbaler Maskeraden wird versucht, dem Welpenkäufer Sand in die Augen zu streuen und die Arglosigkeit unerfahrener Hundefreunde auszunutzen.

Hundehändler und Massenzüchter gehen nach dem Prinzip der Gewinnmaximierung vor. Hunderassen, die gerade in Mode sind und daher guten Absatz versprechen, werden von diesem Personenkreis bevorzugt "vermehrt". Zur Zeit sind dies vor allem: Border Collie, Jack Russell Terrier, Golden Retriever, West Highland Terrier und Labrador, sowie leider auch der Rhodesian Ridgeback. Letztendlich vermehren Massenzüchter aber alle Rassehunde - kein Hund, mit dem sich Geld machen lässt, ist vor ihnen verschont. So werden Welpen in großer Zahl am Markt vorbei produziert, und wenn sich aus jedem Wurf nur zwei Welpen verkaufen lassen, ist der Händler schon in der Gewinnzone.

Auch ein rechtschaffener Hundezüchter vermehrt Hunde. Aber nicht um seinen Reichtum zu mehren! Fortentwicklung der Rasse, Erhaltung und Förderung erwünschter Eigenschaften, robuste Gesundheit, Widerstandskraft und natürliche Wesensentwicklung sollten die Ziele einer Hundezucht sein. Nicht die rücksichtslose "Produktion" von "Stückzahlen".

Besonders dreiste 'Züchter' schmücken sich gerne mit Attributen, die dem Tierfreund Seriosität und Sachkunde vorgaukeln sollen. Manche nennen sich gar "vom Gesetzgeber autorisierte Züchter" und wollen damit den Eindruck erwecken, sie hätten ein Recht zu ihrem schändlichen Tun. Leider eignet sich gerade das Internet hervorragend, mittels einer schönen Webseite, vielen guten Worten und langatmiger Beteuerungen, Tierfreunde über wahre Absichten, Motive und Methoden zu täuschen.

Jeder Welpenkäufer ist aufgerufen, sich nicht nur über den Zustand der Hunde, sondern auch über die Absichten und Motive des Züchters zu informieren. Die Rasse des Hundes spielt dabei keine Rolle - die Praktiken gleichen sich, einerlei ob es um Dackel, Schäferhund, oder andere Rassen geht.

Was „offizielle" Papiere und „Gütesiegel" aussagen


Das Vorhandensein gültiger Papiere für die Welpen ist kein Qualitätssiegel und sagt nichts über die Methoden des Züchters, die Qualität der Zucht oder die Gesundheit der Tiere aus! Es handelt sich hierbei lediglich um eine wertungsfreie Bestätigung des Verbandes über die Registrierung des Wurfes. Allerdings nur, wenn das Dokument echt ist!

Weder die Kopie der Ahnentafel ist ein Beweis noch sonstige kunstvoll hergestellte Urkunden. In einem aufschlussreichen Fernsehbericht, der aus dem Jahr 1998 datiert, haben die Reporter nachgewiesen, dass umtriebige Hundehändler aber auch Züchter des VDH, Hunde mit gefälschten Papieren in Umlauf bringen. Sogar der Ehrenpräsident eines deutschen Rassezuchtvereins wurde überführt, Welpen aus einer Hundefabrik mit gefälschten Papieren an ein Tierversuchslabor verkauft zu haben!

Keinesfalls besser sieht es bei den Konkurrenten des VDH aus. In allen Vereinen und Verbänden tummeln sich einige Hundevermehrer, denen selbst elementare Kenntnisse kynologischer, biologischer und ethologischer Zusammenhänge fehlen und deren einzige Maxime darin besteht, möglichst schnell möglichst viel Geld zu kassieren.

Keinerlei Aussagekraft haben bunte Schildchen, auf denen "Anerkannte Zuchtstätte der Rasse XY" oder ähnliches steht. Die Schilder sind, Fanartikeln gleich, bei den Rassezuchtvereinen von jedermann käuflich zu erwerben. Viele unseriöse Anbieter versuchen daher, den Hundekäufer glauben zu machen, das Vorhandensein "offizieller" Papiere und einiger bunter Schildchen mache ihre "Zucht" über jeden Zweifel erhaben. Im Gegenteil! Desto lautstärker und aggressiver ein Züchter wirbt, desto verschwenderischer er mit Vokabeln wie "vom Gesetzgeber autorisierte Zuchtstätte", "tierschutzrechtlich anerkannt" oder "Qualitätszucht" umgeht, desto größer ist die Gefahr, einem der schwarzen Schafe der Branche in die Hände zu fallen.

Wie agieren und wie tarnen sich Massenzüchter und Hundehändler?


Die Liste der möglichen Verfehlungen eines "Züchters" ist wahrlich lang. Ist die Anzahl der Vorbestellungen größer als der Wurf der Zuchthündin, wird ein unseriöser Züchter dafür sorgen, dass jeder Kunde bedient werden kann. In solchen Fällen werden Welpen aus einer Hundefabrik zugekauft und dem Zuchtbuchführer stolz ein "zehner" Wurf gemeldet. Für alle Welpen werden dann bei der Wurfabnahme gültige Vereins- und Verbandspapiere ausgestellt. Andere melden nur jeden zweiten Wurf dem Zuchtbuchführer ihres Rassezuchtvereins, um nicht bekannt werden zu lassen, dass die Zuchthündin bei jeder Läufigkeit gedeckt wird. Diese Welpen werden dann ebenfalls mit gefälschten Papieren verkauft oder mit einem Preisnachlass an den Mann/die Frau gebracht.

Viele "Züchter", die mit Hundehändlern zusammenarbeiten oder selbst eher Händler als Züchter sind, versuchen das gesunde Misstrauen des Welpenkäufers zu betäuben, indem Sie großherzig die Einladung aussprechen, den "Zuchtbetrieb" zu besuchen und in Augenschein zu nehmen. Einer, der so freimütig zu einer Besichtigungstour einlädt, kann doch unmöglich etwas zu verbergen haben, oder? In Wirklichkeit sagen solche Einladungen nichts aus, denn jeder gewiefte Massenzüchter hat mindestens zwei Orte, an denen er Hunde vermehrt bzw. "zwischenlagert". Ein Ort dient zum Vorzeigen bei Tierschutzverein, Amtstierarzt, Finanzamt und argwöhnischen Interessenten - am zweiten werden - in aller Verschwiegenheit - Hunde unter nicht vorzeigbaren Bedingungen vermehrt und gehalten.

So genannte Hundehändler schmuggeln ganze Würfe über die Grenze nach Deutschland und geben diese Hunde mit gefälschten Papieren weiter. Genauso falsch wie die Abstammungsnachweise sind in solchen Fällen die Impfpässe. Auf dem schwarzen Markt sind Blanko-Impfbücher mit Stempel und Unterschrift eines Tierarztes für fünf bis zehn Euro erhältlich. Nicht eben selten erkranken die Welpen aufgrund des fehlenden Impfschutzes an Parvovirose und gehen jämmerlich zugrunde.

Züchtern, die verantwortungslos mit dem Lebewesen Hund umgehen, muss der Tierfreund die wirtschaftliche Lage entziehen. Kaufen Sie daher niemals einen Hund, wenn berechtigte Zweifel an der Integrität oder der Tierliebe des Züchters bestehen.

Wie kann man seriöse und unseriöse Anbieter unterscheiden?


Eine günstige Voraussetzung für den Hundekauf ist gegeben, wenn der Tierfreund in keiner Hinsicht unter Zeitdruck steht. So wird er in die Lage versetzt, bereits geraume Zeit vor der Anschaffung eines Hundes verschiedene Züchter zu besuchen und dort einen Wurf zu begutachten. Im Gespräch kann er sich ein Bild von der Person des Züchters und seinen Motiven machen. Da der Eindruck, den Menschen auf uns machen, sehr subjektiv ist, sind hier die objektiven Kriterien tabellarisch zusammengestellt und der Rest wird der Menschenkenntnis überlassen...

 
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